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Gründung:    01.09.2013
16 Rüden, 15 Fähen, davon 4 Welpen

Gesuche

Momentan sind 4 Charaktere ohne Spieler

Yeirah ♀, Kilarny ♀, Laren ♂ und Calrin ♂ suchen neue Besitzer. Solltet ihr Interesse daran haben, einen Charakter zu übernehmen, schaut hier vorbei.

25. April 800
lauer Tag . wenige Wolken . kein Wind . 11°C

Zwei Wochen sind seit Fenryns Unfall vergangen. So viele neue Informationen der Tag dem Rudel trotz des Unglücks auch brachte, die meisten Wölfe konnten in dieser Zeit nicht mehr tun, als über sie nachzudenken und sich weiter zu sorgen. Zu Taten war noch keiner bereit, oder hatte überhaupt Zeit dazu. Fenryn musste versorgt werden und dann wurde plötzlich auch Kelaya immer schwächer. Als sie nach ein paar Tagen schließlich nicht einmal mehr aufstehen konnte, wusste das Rudel, was es zu bedeuten hatte. Vor fünf Tagen ist Kelaya schließlich gestorben. Die Stimmung im Rudel ist gedrückt. Trauer gemischt mit Sorge und Angst um die Zukunft hängten über dem Rudel. Obwohl der Frühling normalerweise eine beutereiche Jahreszeit ist, scheinen die Wälder und Wiesen wie leergefegt. Es wird langsam offensichtlich, dass sich das Wild die unsichtbare „Wolfsschutzbarriere“ durch das Moor zu Nutze macht und den von Wölfen bewohnten Teil des Tals meidet.

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Thema: VII. Gratwanderungen
Phelan

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15.06.2018 12:46 Forum: Dämmergrau

Phelan lachte über die Antwort seines Sohnes, jedoch konnte er dabei das Unbehagen, dass in seinen Augen lag, nicht verstecken, weshalb er ihm dabei nicht direkt anblickte. Während die Beiden sich entfernten, schaute der Helle ein letztes Mal zurück auf das Eis und schüttelte dabei unmerklich den Kopf. Es zeigte sich regungslos. Wie es eigentlich auch sein sollte. Was war das eben? Ist es nur ein Trugbild seines Fantasie gewesen? Und wenn ja, wieso konnte Qil es auch sehen? In Gedanken versunken zuckte der Rüde zusammen, als eine vertraute Stimme seine Aufmerksamkeit erlangte und er konnte sich gerade noch davon abhalten, entsetzt aufzuschreien. Überrascht blickte er seine Freundin an, die er schon seit seiner Welpenzeit kannte, ihm aber in diesem Augenblick so fremd erschien, dass er sie nur anscharrte ohne eine Reaktion zu zeigen. Ins Moor? Er blinzelte. Alleine der Gedanke, in die Nähe des Ortes zu gehen, bereitete ihm Sorge. Doch die Tatsache, dass Talvi ihn und seinen Sohn, einen Welpen, dazu einludt durch das Moor zu spazieren, welches nicht nur einigen Requisten ernsthafte Verletzungen zugezogen hatte, sondern auch für einen Tod verantwortlich war, bereitete Phelan Kopfschmerzen.

Ich will nicht wieder ins Moor. Die Worte durchbrachen die aufgekommene Stille nach Talvis Abgang und erinnerte Phelan, dass er nicht alleine war. "Ich auch nicht." Um seinen Sohn zu beruhigen, oder vielmehr ihn selbst zur Ruhe zu zwingen, legte der Helle den Kopf auf Qils Schultern und überlegte. Er kämpfte mit sich. Er wollte Talvi folgen, doch war es sicher? Für einen Welpen garantiert nicht. Selbst für ausgewachsene Requisten nicht, wie die vergangenen Ereignisse zeigten. Die Zeit des Nachdenkens hielt nicht lange an, als ein Ruf seine Ohren erreichte und sie sich reflexartig in die Richtung drehten, aus der das Geräusch kam. Verwirrung legte sich in seine Gesichtszüge, als er den Sinn der Nachricht verstand. Auch Nhimri rief auf zum Moor zu kommen. Sie sprach damit alle an. Die Aufregung in ihrer Stimme war Phelan nicht entgangen, aber er fragte sich trotzdem, ob ein allgemeiner Aufruf die richtige Entscheidung war. Doch Phelans Vertrauen in die Leitwölfin war so fest, dass es ihm bei seinem Entschluss half. Und genau dieses Vertrauen versuchte er auch in seine Worten zu legen, als er Qil anstupste, um ihn zum Laufen anzuregen. "Ich möchte auch ungerne wieder dorthin zurück, aber ich vertraue Nhimri und auch Talvi. Wenn sie sagen, dass dieser Weg sicher genug ist, das Moor zu umgehen, dann glaube ich das. Was meinst du? Vielleicht treffen wir dort auch auf deinen Bruder."

Thema: VII. Gratwanderungen
Phelan

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28.04.2018 17:29 Forum: Dämmergrau

Während Phelan langsam die massive Wand entlang ging und immer wieder mit dem Körper Druck auf das kalte Eis ausübte, um seinen Sohn von dessen Undurchlässigkeit zu überzeugen, schaute er sich kurz zu ihm um und erwischte ihn mit einem Strahlen auf den Lefzen. Der Helle musste lächeln, doch in dieser Emotion lag auch eine gewisse Trauer. Während Qil sich freudestrahlend um die Anwesenheit seines Vater freute, ging Taiga ihm aus dem Weg und wünschte ihn sich komplett weg. Er hoffte nur, dass sich die Situation bald verbessern würde und, das wäre noch schlimmer, dass sie nicht die Beziehung zwischen den beiden Brüdern zerstörte.

Ein lautes, warmes Lachen ließ Phelans Brust beben als Reaktion auf die Worte des Jungen und er stoppte kurz. "Wenn ich so langsam und gebrächlich bin, wieso trägst du mich nicht einfach?". Auffordernd wackelte er mit den Ohren. Als ein aufdringlicher Wind die Fellhaare des Rüdens tänzeln ließ, wandte er sich von Qil ab und blickte zur Seite. Das Bild, welches sich vor ihm formte, konnte er erst nicht deuten. Dann hörte er es, bevor er es begriff. "Eine Höhle!", wiederholte er mindestens genau so begeistert wie sein Sohn. Doch als dieser schon losrannte und dabei wortwörtlich Staub aufwirbelte, ging es Phelan schon ein wenig zu schnell. Abenteuer- ja, neue Dinge ausprobieren- JA, aber nicht ohne vorher sorgfältig über die Gefahren nachzudenken. Und was machte sein Sohn? Lief mit dem Kopf durch die Wand, also prallte eher lautstark gegen sie. Schmerzhaft sah es trotzdem aus. Ein Gedanke flüsterte ihm zu, seine tadelnde Pfote zu heben ("Das wäre nicht passiert, wenn wir vorsichtig an die Sache heran gegangen wären"), doch der enttäuschte Blick des Welpen verwarf ihn wieder. Schnellen Schrittes lief er zu Qil und suchte nach Anzeichen für ernsthafte Verletzungen. Eine Welle der Erleichterung durchflutete ihn, als er bemerkte, dass kein Anlass bestand, sich Sorgen zu machen und seine Zunge fuhr beruhigt über den Kopf des Dunklen. Als er sich dann umdrehte, um die "Höhle" aus bedachter Entfernung zu beäugen, übertrug sich der fragende Blick des Dunkelschattens auch auf ihn. Was..?, entfuhr es ihm. Phelan blinzelte, als könnte er es nicht glauben. Es war weg. Massives Eis baute sich vor den Beiden auf. Kein Anzeichen einer Öffnung. Gar nichts. Das konnte doch nicht sein? Sie hatten es sich doch nicht eingebildet? Der Wind von eben hatte sich inzwischen gelegt, es war wieder still. Das Loch im Gletscher hatte perfekt gewirkt, von alten Kiefern umrandet, wie eine Einladung. Oder eine Falle... Ein ungutes Gefühl beschlich den Vierjährigen. Die vertraute Umgebung wirkte plötzlich gar nicht mehr so vertraut und Phelan wäre jetzt liebend gerne wieder bei Kilarny und Taiga. Besorgt blickte er zu Qil herunter. "Ich hab hier kein gutes Gefühl bei. Lass uns lieber zurück gehen und den anderen von unserer Entdeckung erzählen.", sprach er ruhig, um seinen Sohn nicht zu ängstigen.

Thema: VII. Gratwanderungen
Phelan

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23.03.2018 21:51 Forum: Dämmergrau

Obwohl Phelan sonst immer von ruhigem Gemüt geprägt war, schaffte sein Sohn es ihn mit seiner übermütigen Art anzustecken. Energisch krallte er seine Pfoten in das lockere Gras und stemmte sich hoch, die Rute pendelte wild. "Hey!", rief er empöhrt und stieß seinen Kopf in die Seite des Dunklen, so dass er leicht ins Schwanken geriet. Von wegen! Er würde Motomo mit seinen alten Knochen um Längen schlagen. Dennoch bemüht, sich nicht von Qilvric abhängen zu lassen, (das Energiebündel preschte einfach los wie ein geölter Blitz), heftete er sich an dessen Pfoten, war ihm aber wohl trotzdem zu langsam, da er immer wieder zurück lief, wahrscheinlich um seinen Vater noch mehr wie eine Schnecke fühlen zu lassen. Während Vater und Sohn über die Talebenen rannten, als wäre ein Moormonster hinter ihnen her, fing Phelans Blick kurz das weiße Fell von Airin auf, welche nicht unweit von ihnen entfernt stand. Etwas verloren schaute sie aus. Doch auch wenn sie sich schon kennen gelernt haben und schon intensivere Berührpunkte hatten, gerade bedingt durch die Welpen, fühlte sich Phelan noch nicht so vertraut mit ihr, um sie zu der Suche nach dem Traumwolf einzuladen. Daher legte sich sein Blick nur für kurze Zeit einladend auf ihre Gestalt, bevor seine Aufmerksamkeit wieder zu seinem Sohn huschte. Dieser lief schnurstracks auf eine Baumreihe zu, um schließlich im Wald zu verschwinden. Phelan überlegte kurz, diesen zur Rückkehr zu aufzufordern, um näher und erreichbarer für ihre Familie zu sein, entschied sich aber um. Die letzten Monate waren nicht immer leicht gewesen, gerade auch durch den letzten einschneidenden Verlust. Der Weiße schluckte, als das Bild seiner Mutter vor seinen Augen auftauchte. Ein bisschen Ablenkung und vor allem Spaß tat Qil sicher gut. Tat beiden gut.

Fast wäre Phelan in die Wand geknallt, hätte er nicht gerade noch so eben abbremsen können. Seine Atmung war laut. Neugierig schaute er die Steinwand an und zuckte dabei mit den Ohren, als sein Welpe seinen Traum noch mal wiederholte. Phelan gehörte nicht zu der Sorte Väter, die in dieser Situation Fragen stellten wie: "Bist du dir wirklich sicher?" oder "Denkst du wirklich das stimmt? Wölfe können nicht durch Wände laufen!". Denn er war eben so ein Träumer und hasste es abgrundtief, wenn Träume als Hirngespinst der Fantasie abgetan werden. Manchmal steckt viel mehr Realität in ihnen, als man glaubte. "Sieht massiv aus", sagte er ruhig, während er mit seiner Flanke leicht gegen den Stein stieß. "Vielleicht sah es auch nur so aus und der Wolf ist in irgendeinem Loch nahe der Wand verschwunden. Vielleicht hat dir der Wolf einen Steich gespielt, das tun Träume manchmal." Daraufhin bewegte sich Phelan nach rechts und forderte Qil auf, ihm zu folgen. "Wir gehen jetzt einmal außen herum und schauen, ob wir irgendwo ein Loch oder dergleichen finden."

Thema: Aeshatyr
Phelan

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04.02.2018 23:47 Forum: Abmeldungen

Soo, ich bin von morgen bis Freitag in Wegberg auf Seminarfahrt und werde dort nicht posten können. Am Wochenende bin ich dann wieder da =)

Thema: VII. Gratwanderungen
Phelan

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03.02.2018 22:33 Forum: Dämmergrau

Phelan liebte Welpen. Ihre verhältnismäßig übergroßen Pfoten, das lose Mundwerk und die Unerschrockenheit. Es war einfach zu putzig. Auch konnte er sich gerade noch beherrschen ein „süß“ auszusprechen, als sein Sohn reflexartig erwachte, wahrscheinlich (Alb)traum- bedingt, so vermutete er, und während des Gähnens seine Ohren zum wackeln brachte. Immerhin wollte er ein cooler Vater sein, keiner für den man sich schämte. Denn die Vaterrolle fühlte sich auch jetzt noch, nach fast vier Monaten, ungewohnt neu an. Stolz beobachtete er den kleinen Qilvric, der äußerlich absolut gegensätzlich zu seinen Eltern war. Und doch erkannte Phelan im Laufe der Zeit immer mehr seiner Eigenschaften in dem dunklen Welpen. Auch er war ein Träumer, schien nach dem Aufwachen für kurze Zeit immerzu in der Welt seines Schlafes gefangen. Der Schneeschatten kannte das nur zu gut. Manchmal fühlte sich die Realität an wie ein einziger Traum. „Heh, meine Ohren wollten noch weiter leben“, rief er lachend, als sein Sohn, inzwischen hellwach (wo bekommen die kleinen Körper nur die ganze Energie her?), an ihm hochsprang und Phelan daraufhin seine Ohren so weit nach hinten drehte, um diese vor dem Schnappmaul zu schützen.
Die Beschreibung des Traums, die dann folgte, hinterließ den Hellen nachdenklich. Fast schon hätte er Qilvric gefragt, ob dieser nicht Arland meinte, als er die Theorie schon vor Aussprache nichtig machte. Sein Blick glitt verträumt in die Ferne, wo er an zwei dunklen Punkten hängen blieb. Kasatka mit.. Aeshatyr? Merkwürdige Konstellation. Kurz trafen sich ihre Blicke, bevor die Beiden weiter zogen. Ein Gähnen drang ungehindert aus Phelan heraus und er schaute wieder zu dem Wirbelwind, der schon wieder auf den Beinen war. Nachgucken? Also gut, ein wenig Bewegung würde nicht schaden und vielleicht würden sie dabei auf Taiga und/oder Kilarny treffen. Beide hatte er schon für seine Verhältnisse zu lange nicht mehr gesehen. Gespielt langsam erhob er sich. „Warte kurz, dein alter Knacker ist nicht so schnell.“ Er stöhnte extra laut auf und schaute sich dann um. „Hm. Das einzig annähernd weiße, was ich sehe, ist Rheeva. Und, da bin ich mir ziemlich sicher, ist sie weder ein 'Er', noch ist ihre Stimme weg. Komm, wir schauen uns mal um.“ Bei diesen Worten setzte der Nachtschatten sich in Bewegung.

Thema: VII. Phelan
Phelan

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VII. Phelan 31.01.2018 22:14 Forum: Phelan

Soo, hab zwar schon gepostet aber was solls.
Er wird an ihren letzten Tagen nur bei Kelaya gewesen sein, um sich von ihr zu verabschieden. Auch wird er viel bei Qil Trost gesucht haben. Taiga wird sich ja eher von ihm fern gehalten haben. Noch Vorschläge? Bin ja noch frisch in der Rolle, also nur her damit ;D

Thema: VII. Gratwanderungen
Phelan

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31.01.2018 21:58 Forum: Dämmergrau

Der Tod seiner Mutter hatte Phelan den ohnehin schon brüchigen Boden unter seinen Pfoten weggerissen. Es war ein langer Sturz durch völlige Leere. Obwohl er in ihren letzten Tagen ununterbrochen an ihrer Seite war, so kam es doch alles erschreckend plötzlich. Ihr Ableben geschah recht leise durch die ganzen Unruhen, die zuvor geschehen waren, fast schon zu leise. Denn so fühlte es sich gar nicht an. Es war, als würde eine Stimme in dem Kopf des Hellen ununterbrochen schreiend um sich schlagen. Die Akzeptanz fiel ihm unheimlich schwer. Es schien wie die Realität zu der man aufwachte, sie für einen Albtraum hielt. Nur dass es sich dann doch alles als grausame Wirklichkeit entpuppte. Das Schlimmste daran, Kelaya zu verlieren, war nicht der Abschied. Es war die Tatsache ohne sie zu leben. Ständig auf der Suche zu sein die Lücke zu füllen und nie gänzlich diese Leere loszuwerden. Es fühlte sich wie der eigene Tod an.

Das ganzes Leben beruht auf das Vertrauen, dass die Zeit linear verläuft, dass sie auf ewig gleichförmig voranschreitet bis in die Unendlichkeit. Aber die Unterscheidung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist nichts als eine Illusion. Gestern, heute und morgen folgen nicht aufeinander, sie sind in einem Kreis miteinander verbunden. So wie alles miteinander verbunden ist. Es ist ein Kreislauf. So wie schlechte Erlebnisse dich nicht vor allem Schlimmen beschützten. Und dann, wenn du denkst es kann nicht noch grausiger werden, dann passiert genau das. Phelan konnte Laren seinen Abschied nicht verübeln, auch wenn er ihn am Liebsten angeschrien hätte, dass er ja bleiben sollte. So blieb ihm nur noch die Hoffnung, dass er irgendwann wiederkehren wird. Und da war da noch die Sache mit der Familie. Seine enttäuschte Familie, die er trotz Bitte zur Bleibe verlassen hatte. Traurig schielte er seinen dunklen Sohn an, der friedlich im Gras schlief. Wovon dieser wohl träumte? Er wusste, er hatte vieles wieder gut zu machen. Der Keil, der sich zwischen ihm und seinen Geliebten aufgetan hatte, war selbstverschuldet. Und jetzt lag es an ihm, diesen zu entfernen. Das würde nicht einfach werden, denn zwischen ihm und Taiga schien er größer wie nie zuvor. Es schockierte ihn zutiefst zu hören, dass sein heller Sohn sich wünschte, er würde verschwinden. Phelan würde viel nachzuholen haben. Aber er wollte es. Er musste es. Denn das Letzte, was er wollte, war es ein Fremder für seine eigenen Söhne zu sein. Nie wieder würde er seine Familie verlassen. Diesen Fehler machte er nicht noch einmal.

Thema: Phelan
Phelan

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Phelan 18.11.2017 23:55 Forum: Phelan

Name
Phelan
Bedeutung
"Kleiner Wolf"
Geschlecht
männlich
Alter
5 Jahre, Januar 795
Fellfärbung
Schneeschatten
Augenfarbe
Minze
Größe & Gewicht
107 cm & 84 kg
Körperbau
schlank, athletisch
CharakterZitat

Die Welt schien viel zu groß und bunt in den Augen des kleinen Welpen. Deshalb war er so schlau und schuf sich seine eigene. Eine, die übersichtlicher, geordneter und nicht so erschreckend ist. "Du hast einen farbenfrohen Verstand", sagte ihm seine Mutter immer, denn der kleine Rüde schien den Kopf immerzu in seinen Fantasien zu haben.
Ein Träumer ist Phelan geblieben. Heute ist er sogar mehr als das: Ein liebender Gefährte und ein kümmernder Vater. Für die meisten ist schwer zu verstehen, was der Schneeschatten denkt bevor er spricht. Nicht nur, weil seine Fantasie meist über die Vorstellungskraft anderer herausragt, sondern weil er sich Zeit nimmt, sorgfältig über die präsentierten Informationen zu grübeln, sie in Stücke zu zerlegen und nach und nach wieder zusammenzusetzen, bevor er antwortet. Auch fällt er Entscheidungen in der gleichen Geschwindigkeit, kann dieses Schritttempo aber unter besonderen Umständen auch ablegen. Seine Selbstkontrolle ist eine Eigenschaft, die ihn soweit verfolgt, dass er anderen gegenüber abgeneigt ist, die die Kontrolle über ihre instinktiven Antworten verlieren und andere dadurch verletzten. Dadurch, dass Phelan schnell für Dinge brennt, wird er auch schnell hitzköpfig, verbissen, impulsiv und tendiert dazu, schnell eine flammende Eifersucht zu entwickeln. Er würde seine Meinung selbst dann noch vertreten, wenn er vollkommen alleine da stehen würde.

In dem Vater schlummert eine Sehnsucht danach, Großes zu bewirken und aus seiner selbstgebauten Mauer herauszukommen. Dieses Verlangen ist seine treibende Kraft. Auch möchte er seinen Söhnen ein guter Vater sein und setzt sich dadurch unter einen enormen Druck, da er durch den frühen Tod Yathos selbst nie gelernt hat, was es heißt ein guter Erzieher zu sein. Er fürchtet, dass er eine zu sanfte Umgangsweise, besonders gegenüber Taiga, pflegt, aus Angst, die Distanz der Beiden zu vergrößern. Somit steht er in einem ständigen Konflikt mit sich selbst. Außerdem ist der Helle hohe Stresssituationen gewohnt, behält meist einen kühlen Kopf, um rational zu denken. Aber in Phelan steckt auch die Sorte Wolf, die nach vorne springt und sich nicht zu schade ist, einem hilflosen Individuum zu helfen.
War er doch als Jungwolf so vorlaut, so scheint ihn heute die Ruhe selbst zu begleiten, wo immer er auch hingeht. Trotz seiner sanften Seele, die sich um diejenigen sorgt, die er liebt, seiner Gabe, aufmerksam zuzuhören ohne dem Erzählenden ein Gefühl von Langeweile zu vermitteln und seinem natürlichen Geschenk der Empathie, bleibt der Rüde lieber gänzlich still und beobachtet die Welt von außen.

I watch the sun go down like everyone of us
I'm hoping that the dawn will bring a sign
A better place for those who will come after us, this time
StärkenSchwächen

• emphatisch
• ehrgeizig
• bedacht
• tolerant
• analytisch

• inkonsequent
• eifersüchtig
• eigensinnig
• unentschlossen
• introvertiert

GroßvaterGroßmutterGroßvaterGroßmutter
Dayam (*784 - †794)Amal (*786 - †797)Salim (*786 - †795)Nayari (*786 - †796)
MutterVater
Kelaya (*790)Yatoh (*790 - †795)
TantenOnkelTantenOnkel
xxChetan(*790)xxxx
BruderSchwester
Laren (*795)xx
GefährtinSohnSohn
Kilarny (*796)Qilvric Aelyr (*800)Taiga Ayen (*800)

Thema: V. Morgenfrost
Phelan

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03.05.2016 15:30 Forum: Dämmergrau

Der sanfte aber vernünftige Ton ihrer Stimme rettete ihn aus dem Wirrwarr seiner trüben Gedanken. Mit jedem ihrer Worte schaffte er es Stück für Stück ihren Augen mit seinen näher zu kommen. Zuvor hatte er sie abgewendet, suchte ziellos nach einem Halt, den er aber nicht fand. Nach der Konfession seiner unendlichen Liebe war es ihm unangenehm gewesen ihr direkt in das Bernstein zu blicken, in ihr liebliches Bernstein. Und auch wenn sie versuchte ihn mit ihrer unbändigen freudigen Seele wieder aufzuheitern, so gelang es ihr nur zaghaft. Zu erst musste er vor seinen Söhnen Standpunkt beziehen. Dass sie ihn mutig betitelte ließ ihn für einen minimalen Herzschlag die Lefzen nach oben ziehen. Kopfschüttelnd bließ er spöttisch Luft aus seinen Nasenlöchern. Mutig war wohl die letzte Charaktereigenschaft, die man mit dem Schneeschatten verband. Jedenfalls die anderen Requisten. Denn sie ahnten ja nichts von seiner unaufhörlichen Hingabe zu seiner Familie, die er nur in besonderen Momenten zum Vorschein brachte.

„Natürlich konnte ich es nicht wissen...", sprach er mit gedämpfter Stimme und stimmte ihr somit zu, gedanklich fügte er dennoch hinzu: dennoch will ich auch in unerwarteten Situationen für euch da sein.

Seine Gedanken blieben im Inneren versperrt, er wollte nicht noch weiter über seine Schuld disskutieren, die sie ihm nicht nehmen konnte. Er selbst konnte sich nicht verzeihen, auch wenn seine Gefährtin es leichtfertiger konnte.

Erschrocken weiteten sich seine minzefarbenen Spiegel. War sie tatsächlich gerade wie ein Jungwolf ihm ins Gesicht gesprungen? Es war ein typischer Versuch von Kilarny gewesen die Stimmung zu lockern. So kannte er sie, so liebte er sie. Mit dieser schwerelosen, warmherzigen Seele, die ihn immer wieder aus dem Eis befreite. Das übermannende Gefühl, wenn ihre Körper sich vereinten ließ ihn erzittern. Es tat so gut ihre Wärme zu spüren, nach all den einsamen Nächten, in denen er in Gedanken bei seiner Familie war. Die ersten Nächte waren schwierig einzuschlafen, so ganz alleine, ohne den rythmischen Klang seiner Familie, wie sie schlummerten und Ein- und Ausatmeten. Irgendwann hatte er sich dann die Leiber seiner Söhne vorgestellt, wie sie an ihn gekuschelt schliefen und er sein Haupt auf den Nacken von seiner Geliebten ablegte. Ja, irgendwann schien es immer mehr Wirklichkeit als Illusion zu werden. Nun war er froh sich nicht verrückterweise ihre Leiber vorstellen zu müssen und er von diesem Hirngespinst ablassen konnte. Doch ob seine Söhne in dieser Nacht wie in seiner Vorstellung an ihm gekuschelt schliefen würden? Er bezweifelte es immer mehr. Kilarny zu Liebe schloss er all seine zermürbenden Gedanken beiseite und legte auf liebevolle Art und Weise seinen Kopf auf ihren. Sorgsam nahm er ihren ganz persönlichen Geruch in sich auf, um ihn ja nie wieder missen zu müssen.

„Sie sind so stark wie ihre Mutter.", säuselte er mit verliebten Gesichtsausdruck, die Augen in die Ferne gerichtet.

Auf ihre körperliche Aufforderung hin löste er sich aus seiner erstarrten Haltung, die Schulterblätter wurden gelassener und auch er schnappte ein, zwei Mal spielerisch nach ihrer Rute.

„Ich würde die Zwei gerne sehen. Begleitest du mich, meine Schönheit?", raunte er schelmisch in ihr Ohr.

Phelan war sich nicht sicher, ob er wirklich gewappnet war die Vorwürfe und enttäuschten Blicke seiner Nachkommen auszuhalten. Doch mit Kilarny als seine Stütze war er sich sicher würde er ihr Vertrauen zurück erlangen können und sollte es noch so lange dauern.

Thema: V. Morgenfrost
Phelan

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31.03.2016 17:38 Forum: Dämmergrau

Die bernsteinfarbenen Augen, in die er blickte, erwärmten seinen Körper. Eine hitzige Welle schwomm durch sein Inneres, drang in jede Spitze seiner Seele. Es war, als würde ein Feuerwerk in seinem Inneren explodieren. Die Liebe, die er für die Mutter seiner Welpen empfand ging über alles und war kaum zu beschreiben, so stark war sie. Der Requist, der anderen gegenüber so zurückhaltend mit seinen Emotionen war, ließ sich komplett fallen. In diesem Herzschlag war ihm egal, was die Anderen dachten oder sahen. Es war viel mehr ein weiterer Beweis, dass er nicht emotional abgestumpft war und solche Gefühle wie Freude, Glück und Liebe spüren konnte. Nein, er war kein Requist mit kaltem, eisernen Herzen. Jedes mal, wenn es zu frieren begann, taute das Feuer seiner Liebe es wieder auf. Solange Kilarny bei ihm war, würde er nie aufhören können seine Gefühle zu zeigen. Solange sie da war, würde er nicht zu einem Eisblock gefrieren. Jede Berührung ihrerseits hinterließ ein Prickeln zurück, welches sein Fell aufstellen ließ. Sie war und ist seine große Liebe, genau deswegen verhielten sie sich auch noch wie frisch verliebte Jungspunde und das würde sich wohl auch niemals ändern. Phelan's Brust schwillte voller Hingebung zu der Raureiffähe an. Träumerisch schloss er bei jeder ihrer Berührungen seine Lider. Ihre zarte Stimme, die er die ganze Zeit über so sehr vermisst hatte, klang wie Engelsgesang in seinen Ohren. Die glückseelige Freude blieb nur einige Herzschläge lang, denn die Art, wie sie sie sprach, ließ sein Herz wieder ein Stück gefrieren. Ihr wehklagendes Winseln schnürrte ihm die Kehle zu. Verwirrt und zugleich verloren musterten seine minzefarbenen Augen das Antlitz seiner Gefährtin. Die Ungewissheit ließ sein Herz wie gegen die flauschige Brust schlagen. Sorge lag in seinem Blick. In Gedanken formten sich die Leiber seiner Söhne; er spürte förmlich, wie sie ihn anstarrten. In diesem Moment bereute er es fort gegangen zu sein. Er wusste zwar noch nicht wieso Kilarny sich so distanzierte, doch ein ungutes Gefühl beschlich ihn. Schließlich wusste er, wie sich die Fähe gab, wenn es etwas ernstes war. Es stach, stach in seiner Brust. Der Schneeschatten war kein guter Vater für seine Kinder gewesen, noch ein haltgebender Gefährte, so viel war ihm jetzt schon klar geworden. Denn so wollte er sein Seelenheil niemals sehen müssen. Die Trauer in ihren Augen berührte ihn, ließ ihn fast schon winseln. Unwissentlich versuchte er wieder einen Schritt auf sie zu zugehen, hielt jedoch in der Bewegung inne, als sie seinen Namen aussprach. Der Rüde sah, wieviel Kraft es sie kostete die richtigen Worte zu finden. Phelan tat es ihr gleich; seine Augen ruhten für einen kurzen Augenblick ebenfalls auf dem Schnee zu ihren Pfoten. So viele Szenarien schwirrten in seinem Kopf herum, so viele Möglichkeiten, was passiert sein könnte. Er hasste es; hasste diesen Moment. Dass sie ihn einweihen musste, er selbst nicht anwesend gewesen und nun der Unwissende war. Das Gefühl der Hilflosigkeit hatte ihn schnell aus Wolke Sieben geholt. Wohl eher gezerrt. Stumm schluckte er die Information über seiner Welpen im Moor hinunter. Seine wahren Gefühle spielten sich im Inneren ab. Dennoch musste er sich beherrschen die Übelkeit nicht Oberhand gewinnen zu lassen. Die Sorge um seine Söhne drehte ihm sogleich den Magen um. Plötzlich wurde ihm kalt, ein eisiger Schauer durchlief seinen Körper. Der Schneeschatten hatte es geahnt. Versagt hatte er. War nicht da gewesen in dieser schwierigen Situation, die Kilarny alleine bewältigen musste. Verärgert über seine eigene Unfähigkeit verengten sich seine Lider. In seinen grünen Augen tobte die Wut, doch nichts von alledem drang nach Außen. Seine Gefährtin verdient es, dass er aufmerksam war. Dann trat die Raureiffähe wieder auf ihn zu, sichtlich betroffen von den Ereignissen. Bei ihrer Berührung spürte er die schwere Last auf ihren Schultern und er versuchte sich seinen angespannten Körper nicht anmerken zu lassen. Stumm ließ er ihre Berührung zu und versuchte sogleich die Last der Geschehnisse von ihren Schultern zu nehmen. Und doch wusste er, dass es ihm nicht gelang. Der Schmerz nicht da gewesen zu sein, für sie, für seine Nachkommen, er teilte ihn in zwei. Bestürzt schloss er die Lider, flüsterte in ihren hellen Pelz:

„Es ist nicht deine Schuld. Was hättest du auch tun sollen, sie alleine lassen?", mit diesen Worten hob er seinen Kopf aus ihrem Nacken. „Ich bin derjenige, der nicht da war, um euch zu beschützen.", stellte er mit einer eisernen Miene fest.

Eine unendliche Leere breitete sich in seiner Magengegend aus. Es war schwierig für den Rüden die kochende Wut über seine eigene Unfähigkeit im Zaum zu halten und doch sollte es Kilarny nicht treffen. Sie war die Letzte, die er mit seinen eigenen Fehlern belasten wollte. Erneut verstummte er, als ihr liebliches Gesicht an seinem ruhte. Sorgsam inhalierte er den Geruch seiner Gefährtin, doch der Sturm in seinem Inneren wütete weiter. Am Liebsten wäre er mit seinem Bruder jagen gegangen. Die Wut und Enttäuschung mit dem Blut eines Beutetieres besänftigen. Doch würde das seinen Fehler nicht ungeschehen machen. Nichts, was er tun konnte, würde es. Phelan zog das Haupt zurück, in seinen Augen widerspiegelte sich das Leid, was er empfand.

„Es ist euer gutes Recht von mir enttäuscht zu sein und ich kann nichts tun, um es wiedergutzumachen. Aber ich weiß, dass ich euch von nun an nie wieder alleine lassen werde. Nicht noch einmal werde ich euch so im Stich lassen."

Der Klang seiner Stimme war voller Bedauern, Leid und Trauer. Würden sie ihm irgendwann wieder verzeihen können? Die Nervosität über das Aufeinandertreffen mit seinen Söhnen spannte seine Muskeln an. Und er ließ nicht einmal zu, dass die Anwesenheit seiner Liebsten ihn auffing.

„Ich bleibe immer an deiner Seite. Jetzt und für immer.", versprach er und nahm dabei die Augen nicht von ihr.

Thema: Beziehungen
Phelan

Antworten: 1
Hits: 617

31.03.2016 16:18 Forum: Phelan

hier wird auch noch gewerkelt. wollte jedoch die jetzigen beziehungen so beibehalten, wenn es für die spieler recht ist. ^.-

ansonsten suche ich noch dringend spannende beziehungen zu dem rest; gerne auch feindschaften, beste freunde/innen!

bei kelaya wird aufjedenfall der text geändert. er wird immer das muttersöhnchen bleiben bleh x3

Thema: Steckbrief
Phelan

Antworten: 6
Hits: 1434

26.03.2016 19:18 Forum: Phelan

Einmal überarbeitet! Dummy

Hoffe, es ist nicht zu extrem geworden. Ich brauchte einfach eine andere Seite von Phelan, damit er nicht nur so 'flach' ist. x)

Thema: V. Morgenfrost
Phelan

Antworten: 206
Hits: 15194

06.03.2016 14:43 Forum: Dämmergrau

Mit jedem weiteren Wolf, der vor ihm auftauchte, wuchs seine Vorfreude. Eisregen stach in seine Augen wie Nadelstiche, die Kälte strich in altbekannten Wellen um seinen Körper, doch trotz der widrigen Wetterumstände, hätte sich Phelan keinen Ort vorstellen, an dem er in diesem Moment lieber wäre. Er stemmte seine Pfoten nur noch stärker in den Schnee, während er den Abhang hinter stürmte, welcher ihn von seiner Familie trennte. Euphorie stieg in dem Schneeschatten auf, überflutete ihn in Wellen und ließ nur noch grenzenloser Freude Platz. Aivi hatte ihn kaum beobachtet, sodass der Helle sie leicht wieder aus seinem Gedächtnis hatte streichen können. Stattdessen beobachtete er die Wölfe, die immer näherkamen, denen er immer näher kam. Seine Heimat. Seine Freunde. Seine Familie.
Zwischen all den gestalten fiel ihm jedoch eine ins Auge, die eigentlich nicht hätte hier sein sollen. Verwirrt strauchelte der Requist und wurde langsamer. Motomo und Inyen waren bereits bei eben jenem Wolf stehen geblieben und Phelan blinzelte, weil er seinen eigenen Augen nicht trauen wollte. Arland?! Wie war das möglich? Die grünen Seelenspiegel weiteten sich erstaunt, während seine Schritte schließlich ganz innehielten. Der Familienvater haderte einen Moment lang mit sich selbst. Sollte er den verloren geglaubten ebenfalls begrüßen? Er freute sich wirklich den ehemaligen Beta wieder zu sehen, einen Wolf den er mehr als einmal schätzen gelernt hatte, doch im Grunde suchte sein Herz nach einer gänzlich anderen Konversation. Einer Begegnung, die wichtiger als alles andere war.
Schließlich, zwischen all den Lauten, zwischen all den Köpfen drang ein leises Geräusch an seine Ohren, welches ihn den Kopf drehen ließ. Da war sie. Sogleich erhellten sich die Züge des Schneeschattens. Mit einem Satz hatte sich der schlanke Körper wieder in Bewegung gesetzt, stürzte genau auf die helle Fähe zu, welche er so sehr vermisst hatte. Die Welpen konnte er nicht entdecken, doch dies war typisch Kilarny. Natürlich brachte sie ihre Söhne nicht in diese Gefahr.

“Kilarny!“

Erhob sich seine Stimme, noch ehe er die Raureiffähe erreicht hatte. Doch schließlich, mit zwei weiteren ausgreifenden Sprünge, war Phelan schließlich bei ihr. Ohne Umschweife drängte er seinen Kopf gegen den ihren, fuhr ihr mit der Zunge über die Schnauze, die Wangen, die Stirn. Mit der schnauze fuhr er über jede Fellspitze an ihrem Körper, die er gerade erreichen kann, kam dabei aber immer wieder zu ihrer Schnauze zurück. Seiner Euphorie waren keine Grenzen gesetzt. Winselnd, hechelnd, jedoch überglücklich kam sein Kopf schließlich dreht an ihrem zum Ruhen. Mit bebender Brust, seine Stirn an die ihre gelehnt.

“Ich hab dich so vermisst.“

Vergessen waren all die Sorgen und Gedanken. Vergessen war die Furcht und die Sehnsucht. Er war wieder hier. Hier bei ihr. Alles war in Ordnung. Alles war gut.

Thema: V. Morgenfrost
Phelan

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16.02.2016 00:38 Forum: Dämmergrau

Mit jeder Pfote, die Phelan seiner Heimat und damit seiner Familie entgegensetzte, wuchs seine Freude. Seit Tagen malte er sich das Widersehen mit Kilarny und seinen Söhnen in den schillerndsten Farben aus, auch wenn die Realität wohlmöglich anders aussehen konnte. Doch für den Schneeschatten war es alles, was er überhaupt noch wollte. Es war interessant gewesen die Lebensweisen und Besonderheiten des fremden Rudels kennen zu lernen, doch für den Grünäugigen galt vermutlich das Motto: Zuhause ist es immer noch am Schönsten.
Als das Dunkel des Passes hinter ihnen lag und Motomos Heulen von der Spitze ihres wölfischen Zugs ertönte, breitete sich ein erleichtertes Lächeln auf den Zügen des Rüden aus. Zufrieden und Erleichtert darüber endlich Zuhause angekommen zu sein, stieß er die Luft aus den Lungen. Ohne zu zögern schob sich Phelan an den inzwischen nicht mehr ganz so unbekannten Wölfen vorbei, bis er den Felsrand des Bergpasses erreichte. Trübe und düster erstreckte sich die Heimat zu seinen Pfoten, doch für ihn blieb es der wunderbarste Ort auf Erden. Am liebsten wäre er sofort losgestürmt um seine Familie zu begrüßen, doch so viel Taktgefühl und Geduld vermochte er dann doch noch aufzubringen.
Nhimris Antwort war zwar zugegebenermaßen eher matt und zögerlich, doch Phelan ließ sich davon kaum aus seiner zufriedenen Haltung bringen. Anders als die Neulinge anscheinend. Verwirrt schnellte sein Haupt zur Seite, als Fenryns Schwester eine beinahe anklagend wirkende Frage an Motomo richtete, welche dieser aber sogleich abschmetterte. Richtig so! Die Rute nach wie vor sachte pendelnd, wagte sich der junge Familienvater nun selbst ein wenig vor.

“Sicherlich haben sie uns in diesem Moment einfach nicht erwartet und sind ein wenig überrascht“, wandte er sich leichthin an die helle Fähe.

Seine steigende Laune konnte ihm jetzt und hier in seiner Wohlfühlzone nur als Schild dienen. Es tat so unendlich gut. Da konnte er sein Rudel auch guten Gewissens noch ein wenig in Schutz nehmen. Die meiste Zeit des Weges und bei dem fremden Rudel hatte er sich weitestgehend ruhig gehalten, doch mit Heimat und Familie vor Augen ging es ihm gleich so viel besser.

“Schaut, da komme sie schon“, fügte er mit einem Grinsen hinzu.

Ohne zu zögern setzte der Schneeschatten dem alten Rüden nach, der sogleich wieder die Führung übernommen hatte. Hier brauchte aber zumindest Phelan sie ganz sicher nicht mehr. Die grünen Farbenspiele hielten bereits nach den drei Wölfen Ausschau, die er mehr als nur schmerzlich vermisst hatte. Dabei überhörte er auch glatt, was die kleine Sturmwolke da über seine Söhne philosophierte, aber vermutlich hätte selbst das in diesem Moment nur amüsiert und wer wusste schon, ob der Knilch da nicht sogar recht hatte. Die Schnauze des Rüdens fuhr nach rechts und links, während er nach seiner Gefährtin und seinen eigenen Welpen Ausschau hielt. Es stimmte: Nirgends war es so schön wie zuhause.

Thema: Auf verschlungenen Pfaden
Phelan

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20.01.2016 19:12 Forum: Abgeschlossenes

Er hätte sie abschütteln sollen. Irgendwie hätte er das machen sollen. Aber im Grunde hatte er ja gar keine Ahnung, wie er dies überhaupt hätte anstellen sollen! Und überhaupt, nicht, dass Talvi eine Fähe war, die sich leicht abschütteln ließ. Nein, hier musste er wohl wirklich durch. Seine alte Freundin kannte ihn immerhin so ziemlich am besten. Mit ihren nächsten Worten traf sie den Kern eigentlich so ziemlich mit einem Tiefschlag. Als hätten ihn nicht nur Worte, sondern ein riesiger Felsen getroffen, zuckte der Rüde in sich zusammen und krümmte sich unter der Last ihrer Worte zusammen.

“Veränderung, huh?“ Er versuchte sich an einem unbeholfenen Lächeln, welches aber gänzlich misslang. Mit einem Seufzen blieb der Schneeschatten stehen. “Vermutlich hast du da irgendwie recht.“

Aber irgendwie eben auch nicht. Der Versuch der Sturmwolke in alle Ehren, aber vermutlich kämpfte sie ganz einfach auf verlorenem Posten. Vielleicht taten sie das auch alle.

“Vielleicht bin ich ja auch einfach nicht mehr der Wolf, den alle glauben in mir zu sehen.“ Machte er seinen Gedanken Luft, das hellgrüne Augenmerk ein wenig verengt, “Oder sehen wollen.

Deprimiert ließ er den Kopf hängen und blickte in die wissenden Augen seiner Freundin, die ihm einst doch so nahegestanden hatte.

“Ich weiß einfach nicht, ob ich das kann, Talvi.“

Thema: IV. Wegweiser
Phelan

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19.01.2016 20:40 Forum: Dämmergrau

Es war alles so schnell gegangen. Viel zu schnell. Als der komische Vogel schließlich davon gesprochen hatte, dass das andere Wölfe waren und alle hektisch los gesprintet waren, war er lieber hinter den anderen zurückgeblieben. Der Anblick der fremden Wölfe allerdings war wesentlich verstörender, als es der feinfühlige Wolf für möglich gehalten hätte. Den Kopf gesenkt, die Rutenspitze ein wenig nervös zuckend, stand er nun gut zwei Wolfslängen hinter Motomo und den anderen und beobachtete unruhig die seltsame Situation. Phelan hatte nur kurz genickt, als sein älterer Freund ihn vorgestellt hatte, doch bisher hatte er noch kein weiteres Wort verlauten lassen. Er freute sich sehr, dass Fenryn und Vi ihre Familie tatsächlich wiedergefunden hatten. Ihre Reise war also wirklich von Erfolg gekrönt gewesen.

Doch während alle ihr mehr oder weniger erfreutes Widersehen feierten. Hatte der Schneeschatten etwas ganz Anderes ins Auge gefasst. Etwas, was ihm mitten ins Herz stach. Phelan hatte nur Augen für die Welpen, die neugierig und quietschfidel zwischen den Erwachsenen standen, frei und doch soweit gelehrt, dass sie den Worten ihres Vaters Folge leisteten. Das Schuldgefühl seine eigene Familie allein und vielleicht sogar schutzlos (nicht, dass er dem Rudel nicht vertraute, aber er war nun einmal nicht da!) Zuhause zurückgelassen hatte. Doch selbst wenn er da gewesen wäre, seine Söhne vertrauten ihm nicht. Seine Söhne mochten ihn vielleicht sogar nicht einmal. Taiga hatte ihn doch sogar gebissen! Mit jedem Herzschlag, den er weiter auf die beiden Welpen und ihren mächtig wirkenden Vater starrte, wurde ihm seine Unfähigkeit mehr und mehr bewusst. Er wollte winseln. Er wollte umdrehen und zurück nach Hause laufen, doch vermutlich hätte er den Weg so oder so nicht gefunden. Ohne Motomo war er aufgeschmissen.
Geknickt ließ sich der Schneeschatten auf die Hinterläufe sinken. Den Kopf senkend, wandte er sich von der offensichtlich wesentlich perfekteren Familie ab. Spitze Steine stachen in sein wankendes Herz, sodass er den Blick zu Boden richtete um den Schmerz zu unterdrücken. Er war wirklich ein hoffnungsloses Exemplar von einem Wolf. Immer nur hatte er ein guter Wolf sein wollen. Er hatte seine Mutter doch immer nur stolz machen wollen. Doch er hatte versagt, so, wie er bei dem Versuch gescheitert war, Respekt und Vertrauen in seinen Söhnen wecken zu können.
Und nun war er hier, war wieder einmal nicht da. Vor ihm zog das Gespräch vorbei und er wagte es nicht, auch nur einem seiner Weggefährten in die Augen zu sehen, geschweige denn Vi, die doch zuvor so nett zu ihm gewesen war. Wölkchen… verdammt, alles was er war, war eine dunkle Regenwolke. Sein Widersehen würde gewiss nicht so freudig werden.

Thema: IV. Wegweiser
Phelan

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31.10.2015 11:11 Forum: Dämmergrau

Wie froh würde er sein, wenn sie endlich wieder Zuhause angekommen wären. Dann würde er sich erst einmal nur noch Kilarny und den Welpen widmen, soviel war klar. Oh, er hätte sie nie allein lassen dürfen. Was wäre, wenn ihnen etwas passierte? Phelan hatte keine Ahnung, wie oft er sich diesen Gedanken in den letzten Stunden gemacht hatte. Viel zu oft vermutlich. Er musste sich erst einmal darum kümmern, diese beiden Wölfe zurück zu bringen. Sicherlich hatten sie auch Familien die sie vermissten und sehr gerne zurück haben wollten. Er wusste ja nur wenig über die beiden jungen Wölfe, aber es war ja auch nicht unbedingt notwendig. Er brauchte kein Wissen um hilfsbereit zu sein, das konnte er ja auch so ganz gut.
Seine Gedanken wühlten sich zurück zu Inyens Woten. Er war einige Male mit Laren und Talvi außerhalb des Reviers gewesen, soweit hatten sie ihre Streifzüge aber sicherlich nie geführt. Sie hatten immer darauf geachtet, sich nicht allzu weit zu entfernen. Immerhin konnte Motomo dem Regenhauch weiterhelfen. Nearrsus. Und es war kein anderer? Vielleicht war es ja doch. Woher sollten sie das aber schon wissen? Wälder waren riesig und sie nur kleine Wölfe. Als Vogel wäre es einfacher, da hätten sich hoch hinauf steigen können und den gesamten Wald überblicken. Vielleicht hatte ihr gefiederter Freund dies ja schon einmal getan? Vielleicht wusste er mehr? Schon wollte der Schneeschatten seine Aufmerksamkeit dem Federträger zuwenden, welcher noch immer mit Fenryn am herum spaßen war. Vi kam ihm dazwischen und brachte den Rüden dazu ein wenig verlegen die Ohren einzuknicken.

“Äh, nein“, erwiderte er auf ihren Redeschwall hin und atmete tief durch. Er durfte sich jetzt wirklich nicht so anstellen! “Du hast mich nicht verärgert, nur ein wenig überrascht. Ich bin es vermutlich einfach nicht gewohnt, dass man mir Spitznamen gibt.“

Er lachte leise und merkte, dass es ihm gut tat. Es senkte die Anspannung ein wenig. Aber sah er wirklich anders aus, als die anderen? Phelans widerstand dem Drang den Kopf zu wenden und seine Fellzeichnung etwas genauer in Augenschein zu nehmen. Er war doch kein Welpe mehr! Doch nur solange bis die Bemerkung Fenryns an seine Ohren drang. Wie? Was? Nein! So hatte Vi das doch sicherlich nicht gemeint. Oder? Aus den Augenwinkeln warf er einen Blick zu der Fähe. Die schien allerdings nicht sonderlich aus dem Konzept gebracht… hoffte er zumindest. War schon nicht so schlimm. Alles gut. Tief durchatmen.

“Eigentlich heiße ich Phelan,“ versuchte er die durch Fenryn hervorgerufene Unterbrechung zu überspielen und sich nichts weiter anmerken zu lassen, “Aber von mir aus darfst du mich auch ruhig Wölkchen nennen. So schlecht ist der Name nun wirklich nicht.“

Das half. Der Schneeschatten lächelte, vermutlich noch immer etwas scheu, und ließ seinen Blick über die Anwesenden streifen. Am liebsten wäre er auf ihre Theorie zurück gekommen, dass er anders aussah, als der Rest hier. Doch dann hätte er zugeben müssen, dass er das irgendwie ganz gut fand und sich vor allem noch nie wirklich damit beschäftigt hatte. Das war sicherlich viel zu kindisch und er sollte sich wohl besser nicht kindisch verhalten. Vielleicht sollte er sich für sie ebenfalls einen Spitznamen ausdenken? Nein… nein, das konnte er vermutlich auch nicht machen. Und sicherlich hätte sie es sowieso nicht gemocht. Obwohl er schon einen guten Namen für sie hatte. Doch so etwas wäre vermutlich von Laren gekommen, doch nicht von ihm. Nein, sicherlich nicht von ihm.

“Dein kleiner Schützling hat ja wirklich eine vorlaute Klappe“, versuchte er schließlich das Thema zu wechseln. Auf alles, nur eben nicht auf sich selbst.

Thema: Auf verschlungenen Pfaden
Phelan

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24.10.2015 09:21 Forum: Abgeschlossenes

Er hatte einfach raus gemusst. Dem Alltag entkommen. Er schaffte es inzwischen wirklich viel zu selten. Er liebte Kilarny, er liebte seine Welpen und doch schienen die Umstände jegliche Reste vom Leben aus ihm heraus zu ziehen. Wie ein Blutegel, r spürte das Glück in seinen Eingeweiden, doch er schien es nicht mehr richtig greifen zu können. Es war zum verzweifeln. Den Blick gesenkt trieb es ihn in die Einsamkeit. Seine Streifzüge wurden immer länger und intensiver, auch wenn sie nie ein Ziel hatten. Zwar brachte er jedes Mal einen Hasen oder ein Rebhuhn mit nach Hause, damit Kilarny sich keine Sorgen machte, doch das Gefühl blieb. Er war unvollständig, ein Puzzleteil fehlte. Irgendwo auf dem Weg hatte er es verloren und jetzt wollte es sich einfach nicht mehr auffinden lassen. Er seufzte.
Als er Schritte hinter sich hörte, wandte er den Kopf kurz zurück. In der letzten Zeit war so viel passiert, er durfte seine Familie jetzt natürlich nicht ganz allein lassen. Doch es war nur Talvi. Die Erleichterung breitete sich in den Wolf aus. Die Schnauze wieder voraus gewandt, seine Freundin neben sich… es war kontrovers, eigentlich hätte man es für einen ganz normalen Spaziergang halten können. Nur sie beiden wussten, dass es nicht so war. Als ihre Frage auf seine Ohren stieß, hätte er beinahe freudlos aufgelacht. Wenn er das nur selbst gewusst hätte!

“Was soll schon sein?“

Erwiderte er ausweichend, wohl wissend, dass die Sturmwolke sich wohl kaum mit solchen Ausflüchten zufriedengeben würde. Unwohl spielte er mit den Ohren und seine Rute zeugte von deutlicher Sicherheit. Er verstand sich ja selbst kaum mehr, wie sollte sie ihn da verstehen?

Thema: IV. Wegweiser
Phelan

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03.10.2015 18:43 Forum: Dämmergrau

Krähen! Verrückte Welt. Phelan musste zugeben, dass sich die Idee des Altwolfs gleichermaßen irritierend wie auch als unsagbar hilfreich erwiesen hatte. Er selbst wäre sicherlich nie auf diese Idee gekommen und so lag deutliche Anerkennung im hellen Blick des Schneeschattens. Während er der Gruppierung – und damit auch ihrem neuen Gefederten Wegweiser – in ruhigem Tempo folgte und dabei den Blick immer wieder wachsam nach links und rechts schweifen ließ, lag sein Blick nicht selten auf ihrem Gewitzten Anführer. Es gab für Phelan keinen Zweifel daran, dass Motomo ihre kleine Exkursion hier anführte. Er war nicht nur der älteste und erfahrenste Wolf hier, sondern offensichtlich auch der kreativste.
Einzig den Blick der verbliebenen Fähe vermied er. Vi. Wölkchen hatte sie ihn genannt. Im ersten Moment hatte der Rüde wirklich nicht gewusst, wie er darauf reagieren sollte. Wölkchen! Er hatte es nicht wirklich als unangenehm empfunden sondern vielmehr einfach nur überraschend… und verdammt, irgendwie hatte er verlernt mit Überraschungen umzugehen. Er hatte ihre Worte nur mit einem raschen Lächeln quittiert und sich dann unter dem Vorwand neue Spuren zu suchen entfernt. Er verstand sich wirklich selbst nicht mehr. Resigniert wich er nunmehr ihrem Blick aus und hielt sich dabei dicht bei Motomo und Inyen. Eben so, als würde er absolut dazu gehören und sich nicht dauernd fragen, was er um Himmels Willen hier eigentlich tat. Wieder einmal waren seine Gedanken zu seiner Gefährtin und seinen Söhnen zurück gestreift. Wie es ihnen nun wohl ging? Hoffentlich war alles okay… doch sein Herz, sein Herz hätte ihm doch sicherlich gesagt, wenn irgendetwas Schlimmes passiert wäre. Genug der Teufel. Genug davon! Er musste sich selbst wieder einmal zur Ordnung rufen und überhörte dabei beinahe Inyens Worte. Zum Glück nur beinahe.

“Ich war nie weit fort… da müsstest du Laren fragen, er ist eindeutig der bessere Ansprechpartner für sowas eben.“

Erklärte er mit einem milden Seufzen, begleitet von einem Kopfschütteln. Er hatte sich nie über die Regeln erhoben. Wieso sollte er auch. Er war doch der Vernünftige. War es immer gewesen.

“Aber so sehr unterscheidet er sich nun nicht von unserem, denke ich… ich schätze wir müssen unserem gefiederten Freund einfach vertrauen.“

Unruhig fuhr sein Blick zu Fenryn, der anscheinend versuchte ein Gespräch mit ihrem Luftkuss aufzubauen. Ob das gelang? Auch wenn es wirklich schwierig schien, einer Krähe zu vertrauen. Vielleicht genügte einfach das Hoffen auf sie Vertrauen zu können?

Thema: IV. Wegweiser
Phelan

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18.07.2015 18:29 Forum: Dämmergrau

Ein wenig war er schon darüber amüsiert, wie der Regenhauch da von dem Baum herunter kraxelte, allerdings war er viel zu vorsichtig um es richtig zu zeigen. Nur seine Ohren spielten nervös, während er versuchte die frechen Worte, die ihm auf der Zunge kitzelten, zu vertreiben. Das war immerhin nicht Phelan. Diese Wölfe kannten ihn als den Guten, den Verantwortungsbewussten und Ruhigen. Er konnte sie nicht enttäuschen, auch wenn sein Herz so manches Mal nur zu gerne anders reagiert hätte. Doch so war es nun einmal und daher blieb dem Familienvater nichts anderes übrig, als noch einmal verständnisvoll zu Nicken, als der Jüngere sein Anliegen erklärte. Na, dann war der Hase doch genau das Richtige. Nun breitete sich ein freudiges Lächeln auf den Zügen des Schneeschattens aus, froh darüber, etwas für das Wohl der Allgemeinheit beitragen zu können. So würden ihre Mägen wenigstens etwas gefüllt und Motomos Laune aufgehellt werden. Sehr gut.
Ein Geräusch zu seiner Linken ließ ihn aufhorchen und augenblicklich drehte das Grünauge den Kopf. Laren. Erleichtert und verunsichert zugleich darüber seinen Bruder zu sehen, stieß Phelan die Luft aus und nickte seinem Wurfbruder kurz zu. Der hatte natürlich auch ein paar Worte im Petto, nur seine Worte hatte er entkommen lassen. Tja, von ihnen beiden war Laren immer der Gauner gewesen, während Phelan immer brav zugehört und gelernt hatte. Immerhin dies schien sich nun ein wenig auszuzahlen. Doch erneut war es nicht an ihm diese Worte auszusprechen und so schwieg der Vater einfach nur gewissenhaft. Manch einer hätte es auch feige genannt.
Inyen gab die Anweisungen und Phelan zögerte keine Sekunde lang den Plan in die Tat umzusetzen. Schon hatte er begonnen ein Loch in die Schneedecke und den eisigen Boden zu graben. Seine Pfoten scharrten emsig über den Untergrund, während er emsig versuchte das Erdreich umzuwühlen. Gar keine so einfache Sache, doch so hatte er wenigstens etwas zu tun und es wurden keine Ideen erwartet. Die konnten ruhig die anderen machen. Ihm stand das ziemlich sicher sowieso nicht zu. Hin und wieder warf er einen kurzen Blick zu der Fähe, die wie er selbst den Weg eher schweigend hinter sich bringen wollte. Das war irgendwie ziemlich sympathisch, auch wenn Phelan aufgrund seiner Familie nicht viel Zeit mit den Neuen hatte verbringen können, so hatte er doch immer wieder mit sich gehadert sie kennen zu lernen. War doch jetzt eigentlich gar keine allzu schlechte Gelegenheit.
Als er seine Beute vergraben und den anderen beiden Rüden mit einem Nicken seine Bereitschaft kund getan hatte, ließ er sich absichtlich etwas zurückfallen um ein besseres Auge auf die Mischfarbene haben zu können. Dumm nur, dass ihm keine passenden Worte einfielen um mit ihr ins Gespräch zu kommen.

“Wo hast du denn das Kaninchen verloren? Weit von hier?“

Wandte er stattdessen das Wort an seinen Bruder. Dann würde er zumindest einschätzen können, wie weit ihre Beute schon gekommen war. In der Regel liefen Kaninchen zum Glück keine allzu weiten Strecken. Sie hatte ihre unterirdischen Bauten und an diesen Hingen sie und kamen eigentlich so gut wie immer zurück. Das konnten sie sicherlich zu ihrem Vorteil nutzen.

“Ich hoffe nur wir finden die anderen dann auch noch wieder… und deine äh… anderen auch.“

Mit diesen Worten hatte er sich schließlich doch noch ein wenig an die Schneeschattenfähe mit der dunklen Gesichtsmaske gewandt. Auch wenn es ziemlich bescheuerte Worte waren. Ihre anderen? Ernsthaft jetzt? Unzufrieden mit sich selbst ließ Phelan den Kopf ein wenig hängen. Das hatte er ja mal wieder ganz klasse hingekrigt.

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